Brett Dean 3. Mainzer Komponistenportrait

Der australische Komponist und Bratschist Brett Dean siedelte 1984 nach seinem Studium in Brisbane nach Deutschland über, wo er 15 Jahre lang den Berliner Philharmonikern als ständiges Mitglied angehörte. Im Jahr 2000 kehrte Dean nach Australien zurück, um sich stärker dem Komponieren zu widmen. Heute gehört er zu den international meistaufgeführten Komponisten seiner Generation.

Typisch für Deans Musikstil sind dynamisierte Klangflächen, die aus einem Gewebe differenziert rhythmisierter Einzelstimmen entstehen; oft werden Extreme gestaltet, vom grellen Ausbruch bis zur Unhörbarkeit. Charakteristisch ist der Einsatz moderner, mitunter auch geräuschhafter Spieltechniken bei – in der Regel – klassischem Instrumentarium, allerdings oft mit groß besetztem und durch Alltagsgegenstände angereichertem Schlagwerk. Viele Werke sind durch außermusikalische Ideen angeregt (Literatur, Gemälde, Zeitgeschehen), oft transportieren sie eine gesellschaftlich-politische Botschaft; so ist z. B. Umweltzerstörung das Thema in Water Music und der 2012 im Mainzer Sonderkonzert „Auf Wiederhören!?...“ aufgeführten Pastoral Symphony.
 
Brett Dean begann seine Tätigkeit als Komponist 1988; zu seinen ersten Projekten zählten Radio- und Filmmusiken sowie Improvisationsprojekte. Durch Werke wie Ariel’s Music, ein vom International Rostrum of Composers der UNESCO ausgezeichnetes Klarinettenkonzert, das Klavierquintett Voices of Angels (1996) und Twelve Angry Men (1996) für die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker errang er internationale Anerkennung als Komponist. Für Winter Songs, deren Uraufführung Hermann Bäumer dirigierte, wurde er im Jahr 2001 mit dem Paul Lowin Song Cycle Prize ausgezeichnet; 2002/03 wurde er Artist in Residence beim Melbourne Symphony Orchestra und Composer in Residence beim Cheltenham Festival.
 
Deans bislang meistgespieltes Werk ist Carlo für Streicher, Sampler und Tonband: Das von der Musik Carlo Gesualdos inspirierte Stück erklingt auch beim Mainzer Komponistenportrait. Daneben wird Brett Dean im 9. Sinfoniekonzert mit dem Staatsorchester Mainz sein Bratschenkonzert, das gemeinsam vom BBC Symphony Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, dem Sydney Symphony Orchestra und Symphony Australia in Auftrag gegeben wurde, interpretieren. 2009 wurde sein, von Frank Peter Zimmermann aus der Taufe gehobenes, Violinkonzert The Lost Art of Letter Writing mit dem hochkarätigen Grawemeyer Award for Musical Composition ausgezeichnet.
 
2010 fand die Uraufführung von Deans erster Oper Bliss (Libretto von Amanda Holden nach dem Roman von Peter Carey) statt; der Premiere in Sydney schlossen sich Aufführungen in Melbourne und Edinburgh sowie die deutsche Erstaufführung in einer neuen Inszenierung in Hamburg an. Die sinfonische Vorstudie zu diesem Bühnenwerk, Moments of Bliss, wurde bei den Australian Classical Music Awards 2005 als beste Komposition prämiert. Im Sommer 2017 erlebt seine neue Hamlet-Oper ihre Premiere beim renommierten Glyndebourne Festival. Deans Werke liegen zu großen Teilen auf CD bei Labels wie ABC Classics und BIS vor. Seinem Schaffen waren Schwerpunkte bei zahlreichen internationalen Musikfestivals gewidmet.
 
Brett Dean ist weltweit als Solist, Kammermusiker und Dirigent tätig und hat zahlreiche solistische und kammermusikalische Werke namhafter Gegenwartskomponisten uraufgeführt. Seine Kompositionen erscheinen exklusiv im Verlag Boosey & Hawkes / Bote & Bock.
Sinfoniekonzerte

Fr 30.06.2017 20:00 Uhr

Großes Haus Staatstheater Mainz • 20 Uhr

9. Sinfoniekonzert
3. Mainzer Komponistenportrait: Brett Dean

Felix Mendelssohn Bartholdy
Ouvertüre
Meeresstille und glückliche Fahrt op. 27 MWV P 5
Brett Dean
Konzert für Viola und Orchester
Brett Dean
Carlo
Felix Mendelssohn Bartholdy
Sinfonie Nr. 4 A-Dur MWV N 16 op. 90
(„Italienische“)

 

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Komponistenportrait

Sa 1.07.2017 11:30 Uhr

Großes Haus

Werkstatt, Gesprächskonzert

Brett Dean Testament. Music for orchestra

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Komponistenportrait

So 2.07.2017 11:00 Uhr

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz Geschwister-Scholl-Straße 2 55131 Mainz Eintritt frei (Einlasskarten)

Kammerkonzert und Gesprächsrunde

Brett Dean Epitaphs

Johannes Brahms Quintett G-Dur für zwei Violinen, zwei Violen und Violoncello, op. 111

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