Großes Haus
19:00 Uhr - Auftakt im Saal
Das Theater öffnet 75 Minuten vor Konzertbeginn.
Konzertdauer: ca. 105 Minuten inkl. Pause
Am 09.04. um 13 Uhr:
Konzertteaser REINGEHÖRT
Joseph Haydn
Ouvertüre zur Oper L’isola disabitata (Die wüste Insel) Hob. XXVIII:9
Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonia concertante Es-Dur KV 364 (320d)
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36
Während seiner Zeit im Dienst von Fürst Nicolas Esterházy war Joseph Haydn verpflichtet, jährlich eine Oper zu komponieren, somit boten sich dem Komponisten viele Gelegenheiten, in dieser Form zu experimentieren. Die Ouvertüre zu seiner zehnten Oper L’isola disabitata – manche sagen auch achte – entstand 1779. Sie wird mitunter als „Miniatursinfonie“ beschrieben und ist ein hervorragendes Beispiel für Haydns Sturm-und-Drang-Stil: Mehrere Themen entfalten sich überraschend plötzlich und emotionsgeladen und werden durch eine farbenreiche Orchestrierung bis hin zu einem furiosen Finale kontextualisiert.
Wolfgang Amadeus Mozart bezeichnete sein erstes Werk für Violine, Viola und Orchester zunächst als Concertone, also großes Konzert. Erst unter dem Eindruck seiner großen Reise nach Mannheim und Paris 1777–79 ging er zu der Bezeichnung Sinfonia concertante – also ein Stück, das in der Mitte zwischen Sinfonie und Solokonzert angesiedelt ist – über, so, wie es gerade „en vogue“ war in diesen beiden Musikzentren. Der Charakter des Werkes ist durch den besonderen, majestätischen Gehalt der Tonart Es-Dur bestimmt. Zu den vielen Schönheiten des Werkes gehört gerade die Art, wie Mozart im Orchester auf die unterschiedlichen Soloinstrumente eingeht und sich vielfältig Dialoge zwischen den Instrumentengruppen, ausgehend von den Solostimmen, entspinnen.
Um „Mozarts Geist aus Haydns Händen“ zu empfangen, hatte die Bonner Hofgesellschaft 1792 den jungen Ludwig van Beethoven nach Wien geschickt. 11 Jahre später, als er im Theater an der Wien die Uraufführung seiner 2. Sinfonie dirigierte, hatte sich die Welt und das musikalische Wien grundlegend gewandelt: Die Französische Revolution hatte Europa mit Krieg und politischem Umsturz überzogen.
Napoleon Bonaparte war der Mann der Stunde, der in Frankreich eine bürgerliche Rechtsordnung schuf und freiheitlich gesinnten Zeitgenossen wie Beethoven als der Heros einer neuen Epoche erscheinen musste. Mit seiner Zweiten hat Beethoven das vollendete Spiegelbild jener ersten Jahre des neuen Jahrhunderts geschaffen. Obwohl dieses Werk gemeinhin als Abschluss seiner ersten, noch von Mozart und Haydn geprägten Periode gilt, kündet es im unbändigen Elan und der brodelnden Nervosität seiner Ecksätze, in den martialischen Klängen seiner Militärfanfaren und den ungeheuren Steigerungen
von einer neuen Zeit.
Lir Vaginsky · Violine
Die israelische Geigerin Lir Vaginsky begann im Alter von sieben Jahren mit dem Violinspiel. Sie studierte u. a. bei Tomasz Tomaszewski und Latica Honda- Rosenberg in Berlin sowie 2020 bei Christian Tetzlaff an der Kronberg Academy. Künstlerische Impulse erhielt sie zudem von renommierten Musiker*innen wie Ana Chumachenco, András Schiff und Daniel Hope. Als Preisträgerin internationaler Wettbewerbe konzertiert sie weltweit und war u. a. in der Berliner Philharmonie, Elbphilharmonie und Laeiszhalle zu erleben. Vaginsky trat mit Orchestern wie der Hamburger Camerata auf und musizierte mit Max Richter. Als jüngste Geigerin der LGT Young Soloists wirkte sie an CD-Produktionen mit. 2023 erschien ihr Debütalbum mit Mozarts Violinkonzerten mit eigenen Kadenzen.
Hiroki Kasai · Viola
Hiroki Kasai ist ein vielseitiger Violinist und Bratschist, der in Tokio, London,
Sydney und New York aufwuchs. Nach frühem Geigenunterricht studierte er an der Royal Academy of Music in London bei Rodney Friend (Abschluss mit Auszeichnung) sowie an der Menuhin-Akademie und der Seiji Ozawa Academy. 2022 begann er auf Empfehlung von Nobuko Imai mit dem Bratschenspiel und studiert derzeit an der Escuela Superior Reina Sofía. Als gefragter Kammermusiker konzertierte er weltweit in renommierten Sälen und bei Festivals wie Marlboro und Gstaad. Engagements führten ihn u. a. in die Carnegie Hall und die Elbphilharmonie. Als Solist und Konzertmeister arbeitete Hiroki Kasai mit führenden Orchestern und Dirigent*innen zusammen. Seit 2021/22 ist er Stipendiat der Villa Musica Rheinland-Pfalz.
Alessandro de Marchi · Dirigent
Alessandro De Marchi zählt zu den führenden Spezialisten historisch informierter Aufführungspraxis auf modernen wie historischen Instrumenten. Mit einem stilistisch breit gefächerten, fundiert erforschten Repertoire von der Alten bis zur Neuen Musik gastiert er an bedeutenden Opernhäusern Europas und bei internationalen Festivals. Sein Opernschaffen reicht von Monteverdi und Händel bis zu Mozart, Rossini und Donizetti, die er im historischen Kontext interpretiert. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn u. a. mit der Staatsoper Unter den Linden, dem Hamburgischen Staatsorchester und der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Zahlreiche preisgekrönte Einspielungen dokumentieren De Marchis künstlerisches Wirken. Von 2009 bis 2023 prägte er die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik maßgeblich.