Großes Haus
19:00 Uhr - Auftakt im Saal
Das Theater öffnet 75 Minuten vor Konzertbeginn.
Konzertdauer: ca. 115 Minuten
Am 13.11. um 13 Uhr:
Konzertteaser REINGEHÖRT
Darius Milhaud
*La Création du monde* op. 81a
Nikolai Kapustin
Konzert Nr. 5 für Klavier und Orchester op. 72
Rudi Stephan
Musik für Orchester
George Gershwin
Rhapsody in Blue, Urfassung für Jazzband
Die 1920er Jahre waren nicht nur in Europa eine Zeit des Aufbruchs und der Suche nach neuen musikalischen Ausdrucksformen, sondern auch in den USA, wo der Blues und Jazz der afro-amerikanischen Community die von klassischen europäischen Komponisten geprägte Musikwelt elektrisierte. Fasziniert von diesen für ihn völlig neuartigen Harmonien und Rhythmen, reiste der französische Komponist Darius Milhaud eigens nach New York, um in den Tanzlokalen Harlems den Jazz zu studieren. Seine dort gesammelte Inspiration ließ er gleich nach seiner Rückkehr in die Musik zu dem Ballett La Création du monde einfließen, welches die Entstehung der Welt gemäß afrikanischer Erzählungen und Mythen darstellt. Mit einer Jazzband ähnlichen Besetzung verwebt Milhaud darin barocke Formen auf brillant-erfinderische Weise mit Blues und Dixieland.
Als vielversprechender Nachwuchskomponist wurde der in Worms geborene Rudi Stephan gehandelt, bevor der Erste Weltkrieg seinem jungen Leben ein zu frühes Ende setzte. Seine Musik steht auf der Schwelle zwischen Spätromantik und Moderne und bezieht sowohl tonale Tradition als auch impressionistische Klänge und freitonale Entwicklungen ein. Vor allem aber zielt sie auf Spannung, Ausdruck, Farbe und soll ganz ohne symbolische Aussage aus sich selbst heraus wirken. Daher wählte Stephan für sein 1913 mit großer Beachtung uraufgeführtes Werk auch den neutralen Titel Musik für Orchester.
Ein jüngeres Beispiel für eine gekonnte Verbindung von klassischen Strukturen und den mitreißenden Rhythmen des Jazz ist das fünfte Klavierkonzert des ukrainisch-russischen Komponisten Nikolai Kapustin. 1993 geschrieben, zeichnet es sich durch eine faszinierende Mischung aus nostalgischem Blues, lässigem Swing und eine rasante Virtuosität aus. Nicht zu überhören sind darin stilistische Parallelen zum Vorbild George Gershwin, der wie kein anderer für die Fusion von sinfonischer Musik und Jazz steht.
Geleitet von seinem untrüglichen Gespür für Melodien mit Hitpotential hatte Gershwin 1924 mit der Rhapsodie in Blue das erste Jazz-Klavierkonzert der Musikgeschichte geschaffen. Das Werk ist vor allem in der Version für großes Sinfonieorchester bekannt geworden, seine ursprüngliche Fassung für Klavier und Jazzband hingegen besticht durch einen noch eigenwilligeren, jazzigeren Charakter, der in der Interpretation des international renommierten Frank Dupree Trio authentisch zur Geltung kommen wird.
Obi Jenne · Schlagzeug
Seit frühester Kindheit hat sich Meinhard „Obi“ Jenne gleichermaßen der Klassik und dem Jazz verschrieben. Nach dem Schlagzeugstudium in Trossingen und Stationen im Orchester des Nationaltheaters Mannheim sowie als Akademist bei den Berliner Philharmonikern ist er genreübergreifend tätig. Seine Konzertreisen führen ihn in Konzertsäle aller Kontinente, als Solist und Ensemblemusiker beschäftigt er sich mit vielfältigen Projekten. Er ist Leiter des Stuttgart Jazz Orchestra, der Porsche Big Band, der Band in the Bix und der Soul Diamonds. Obi Jenne spielte mit Chuck Berry, Till Brönner, Curtis Stigers, Benny Golson, Art Farmer, Les McCann, Roby und Tony Lakatos und ist Drummer der German Jazz Masters, Schlagzeuger von TRI, dem Klaus Graf Quartett und dem David Gazarov Trio.
Frank Dupree · Klavier
Frank Dupree – Pianist, Dirigent und Jazzmusiker – begeistert durch seine Vielseitigkeit und mitreißende Spielfreude. Als Solist, Play/ Direct-Künstler und mit dem Frank Dupree Trio überzeugt er weltweit. Seine Aufnahmen von Kapustins Klavierkonzerten (u. a. Opus Klassik-Preisträger) feiert die New York Times als „eines der unterhaltsamsten Alben des Jahres“. In der Saison 2025/26 debütierte er mit dem BBC Philharmonic, Royal Liverpool Philharmonic und Malaysian Philharmonic Orchestra und arbeitete u. a. mit der NDR Radiophilharmonie. Dupree ist künstlerischer Partner des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn und gastiert in Häusern wie der Royal Albert Hall, Elbphilharmonie und dem Lincoln Center. Als Steinway Artist verbindet er klassische Exzellenz mit innovativen Programmen und genreübergreifender Kreativität.
Jakob Krupp · Kontrabass
Jakob Krupp ist als Kontrabassist in Klassik, Neuer Musik und Jazz aktiv.
Schon während seines Studiums an der HfMDK Frankfurt sammelte er Orchestererfahrung bei der Jungen Deutschen Philharmonie sowie im Philharmonischen Staatsorchester Mainz. Nach seiner Spezialisierung auf zeitgenössische Musik als Stipendiat der Internationalen Ensemble Modern Akademie ist er sowohl als Ensemblespieler als auch als Solist ein international gefragter Interpret von Neuer Musik, beispielsweise in Projekten mit dem Ensemble Modern. Früh widmete er sich auch dem Jazz und gewann mehrere Preise bei „Jugend jazzt“ sowie den Konzertpreis der Jazztage Dresden. Mit verschiedenen Formationen, in denen er auch als Komponist und Arrangeur in Erscheinung tritt, bespielt er zahlreiche Bühnen und Festivals in Deutschland.