The Rake’s Progress von Igor Strawinsky (1951)

Musikalische Leitung: Daniel Montané
Inszenierung: Immo Karaman
Bühne: Rifail Ajdarpasic
Kostüme & Choreografie: Fabian Posca
Licht: Frederik Wollek
Projektionsdesign: Philipp Contag-Lada
Chor: Sebastian Hernandez-Laverny
Dramaturgie: Sonja Westerbeck

Anne Trulove: Dorin Rahardja / Alexandra Samouilidou/ Elizabeth Bailey 17.07.
Mother Goose: Katja Ladentin
Baba: Verena Tönjes
Tom Rakewell: Daniel Jenz / Vassily Solodkyy
Sellem: Alexander Spemann
Nick Shadow: Peter Felix Bauer
Trulove: Stephan Bootz
Wärter: Seok-Gill Choi

Tom Rakewell führt ein solides Leben mit seiner Verlobten Ann Trulove und deren Vater. Eines Tages steht der zwielichtige Nick Shadow mit der Nachricht vor der Tür, Tom habe reich geerbt. Tom kann der Versuchung nicht widerstehen, mit Shadow eine Reise anzutreten, die ihn auf verhängnisvolle Abwege führt: Er vergisst seine geliebte Ann, treibt sich in Bordellen herum und verhökert das gesamte Erbe. Zwar gewinnt er im letzten Kartenspiel gegen den Teufel, aber das kostet ihn den Verstand und er landet schließlich im Irrenhaus.

Der Pakt mit dem Teufel, die verkaufte Seele: Immer wieder und in unterschiedlichen Formen setzte sich Igor Strawinsky in seinem Schaffen mit dem faustischen Motiv auseinander. The Rake’s Progress gleicht einer irren Geisterbahnfahrt ins Verderben. Für das Spiel mit Ironie, Parodie und einem Panoptikum an Figuren, die Tom immer wieder wie aus einem Zerrspiegel entgegenblicken, fand Strawinsky in W. H. Auden und Chester S. Kallman zwei kongeniale Librettisten, die die perfekte Balance zwischen historischem Ton, Travestie und subtilen Anspielungen trafen. Kompositorisch spielt Strawinsky in diesem Werk leidenschaftlich virtuos mit der Operngeschichte, ist es doch eine Hommage v.a. an Mozart und die klassische Periode. Rezitative, Arien und Ensembles atmen den Geist des ausgehenden 18. Jahrhunderts – und sind dennoch im zeitgemäßen Kontext des 20. Jahrhunderts platziert.