Fish Forward (UA) Musiktheater von Anselm Dalferth und Sebastian Bauer

Auftragskomposition von Samuel Hogarth sowie Werke von Ludwig van Beethoven und Heinrich Böll

Musikalische Leitung • Samuel Hogarth
Inszenierung • Anselm Dalferth
Bühne • Sebastian Bauer
Kostüme • Birgit Kellner
Licht • Frank Sobotta
Dramaturgie • Elena Garcia Fernandez

Tenor • Steven Ebel
Bariton • Michael Dahmen
Schauspielerin • Leoni Schulz
Trompete • Florian Wehse

Flöte • Marion Ludwig, Cordula Weil
Cello • Alexander Dohna
Klavier • Samuel Hogarth

Ich will mehr! beschließt Herr Nordsee und beißt genussvoll in sein Fischbrötchen. Noch mehr! Doch das denkt auch Herr Iglo und schnappt sich gleich zwei Brötchen. Die Konkurrenten begeben sich auf einen unterhaltsamen Trip und erleben, wie man zu einem erfolgreichen Geschäftsmann wird. Dabei begegnen sie auch einer Fischerin. Aber warum macht sie schon am Nachmittag Feierabend? Sie könnte doch noch so viel mehr Fisch fangen! Während die beiden wetteifern und dabei die Bäuche wachsen, fragt sich die Fischerin, die sich längst als glühende Umweltaktivistin und wortgewandte Meeresexpertin entpuppt hat: Wie weit lässt sich Wachstum ausreizen, bevor die Blase platzt?

Als Heinrich Böll 1963 mitten im deutschen Wirtschaftsboom seine Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral schrieb, ließ er zwei Lebensentwürfe aufeinanderprallen und fragte, ob wir leben, um zu arbeiten oder arbeiten, um zu leben. Fast 60 Jahre später gehen junge Menschen mit der Fridays-for-Future-Bewegung noch einen Schritt weiter: Auf wessen Kosten arbeiten und leben wir eigentlich? Und so kommen in Fish Forward nicht nur die menschlichen Figuren aus Bölls Anekdote zu Wort, sondern auch die Beteiligten, denen bisher eine Stimme gefehlt hat: das Meer und die Fische.

Ludwig van Beethovens Pastorale, Heinrich Bölls Anekdote, eine Auftragskomposition von Samuel Hogarth und Improvisationen sind Grundlage dieses Musiktheaters, das auf amüsante Weise den Zusammenhängen von Fortschritt und Umweltzerstörung ebenso nachspürt wie der Frage, ob ein Mehr an Besitz auch ein Mehr an Glück bedeutet.br>

Die Produktion ist Teil des Beethoven Pastoral Project – A global statement for the preservation of future. Am 5. Juni 2020, dem sogenannten Pastoral Day, der auch der Weltumwelttag der UN ist und in das Jahr von Beethovens 250. Geburtstag fällt, finden weltweit Aufführungen der Pastorale-Sinfonie statt.

Altersempfehlung: ab 12 Jahre