9. Sinfoniekonzert

Uuno Klami
Kalevala-Suite op. 23. Fünf Tonbilder für großes Orchester

 

Edvard Grieg
Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16.

 

Jean Sibelius
Sinfonie Nr. 3 C-Dur op. 52

Dirigent: Hermann Bäumer
Klavier: Alexandra Dariescu

Mit skandinavischen Klängen beschließen Hermann Bäumer und das Philharmonische Staatsorchester Mainz die Reihe ihrer Sinfoniekonzerte in der Konzertsaison 2023/24: Nordische Musik bringt man vor allem mit Jean Sibelius in Zusammenhang, alle späteren finnischen Komponist*innen mussten sich erst aus seinem großen Schatten befreien. Vor allem, wenn auch sie sich mit dem finnischen Nationalepos Kalevala beschäftigten, einer Sammlung vorwiegend originaler Volksdichtungen.

Uuno Klami behauptete sich, indem er die Inspiration seiner fünfsätzigen Kalevala-Suite weniger aus den Abenteuern der Kalevala-Held*innen, sondern vielmehr aus einzelnen, sehr bildhaften Episoden bezog, die er virtuos und farbenreich orchestrierte. Er orientierte sich an seinen Vorbildern Maurice Ravel und Igor Strawinsky, seine Musik bringt zugleich aber auch sein tiefes Verständnis für die Legenden und Traditionen seines Landes zum Ausdruck.

Ein furioser Paukenwirbel und daraus herausstürzende Klavierkaskaden eröffnen Edvard Griegs Klavierkonzert in a-Moll, ein Paradestück der temperamentvollen Solistin Alexandra Dariescu. Grieg wirft in diesem Stück mit melodischen Floskeln aus norwegischen Volksliedern und folkloristischen Rhythmen nur so um sich. Der schwelgerische, manchmal auch melancholische Klang seiner Heimat transportiert ein Gefühl von Natur, Frieden und Freiheit. Das virtuose Werk changiert zwischen kühl-trollig und hymnisch-warmherzig, oder wie der Komponist selbst zu sagen pflegte: das „Schwarzbrot“ der norwegischen Folklore in Kombination mit „Austern und Kaviar“ der Kunstmusik.

Zum Abschluss erklingt Jean Sibelius’ naturdurchströmte Sinfonie Nr. 3, die stilistisch zwischen der romantischen Intensität seiner ersten beiden Sinfonien und der herben Komplexität der späteren Kompositionen steht. Romantik wird hier durch neue Sachlichkeit ersetzt, man könnte dieses Werk sogar als Sibelius’ „klassische“ Sinfonie bezeichnen: ein gutmütiges, heiter-triumphales, geschmeidig-klares und täuschend einfach klingendes Stück.