5. Sinfoniekonzert

Franz Schubert

Sinfonie Nr. 1 D-Dur D 82

Gustav Mahler

Vier Lieder aus Des Knaben Wunderhorn (Revelge. Das irdische Leben, Rheinlegendchen, Tambourg'sell)

Anton Webern

Sechs Stücke op. 6 (Fassung 1928)

Franz Schubert

Sinfonie Nr. 2 B-Dur D 125

Michael Dahmen · Bariton
Hermann Bäumer · Dirigent

Franz Schubert gilt als Meister des Liedes und war doch auch ein Sinfoniker von hohen Graden. Zumindest die Unvollendete und die Große C-Dur-Sinfonie sind in das Standardrepertoire der Orchester eingegangen, während die „Jugendsinfonien“ nur gelegentlich gespielt werden. Grund genug für Hermann Bäumer und das Philharmonische Staatsorchester Mainz, die Schubert-Sinfonien Nr. 1 und Nr. 2 als frühromantische Klammer des 5. Sinfoniekonzertes zu programmieren. Obgleich die zweite Sinfonie nur ein Jahr später als die erste entstand, ist der Unterschied zwischen beiden Werken deutlich spürbar. Waren in der ersten die Vorbilder Haydn und Mozart noch klar greifbar, durchzieht die zweite Sinfonie schon ein neuer, individuellerer Ton.

Gustav Mahler hat im Übergang von der Spätromantik zur Moderne mit seinen Vertonungen aus Des Knaben Wunderhorn – einer im 19. Jahrhundert weit verbreiteten Volkslied-Gedichte-Sammlung von Achim von Arnim und Clemens Brentano – eine musikalische Gattung nachhaltig zum Leben erweckt, die davor noch wenig bekannt war: das balladenhaft-humoristische Orchesterlied. Seine Verarbeitung der Textvorlagen geht dabei weit über das hinaus, was üblicherweise als Vertonung bezeichnet wird.

Schließlich Anton Webern und die Moderne: In seinen sechs Stücken für Orchester wendet er die in seinen Streichquartettwerken neu erschlossenen Möglichkeiten der atonalen Instrumentalkomposition erstmalig auf ein großes Instrumentarium an. Er beschreibt den Charakter der Stücke wie folgt: „...sie sind rein lyrischer Natur (...): das erste drückt die Erwartung eines Unheils aus, das zweite die Gewissheit von dessen Erfüllung; das dritte die zarteste Gegensätzlichkeit; es ist gewissermaßen die Einleitung zum vierten, einem Trauermarsche; fünf und sechs sind ein Epilog: Erinnerung und Ergebung.”

Michael Dahmen (Foto: Christoph Maaß)

Michael Dahmen ·

Der Bariton Michael Dahmen nahm nach dem Abitur zunächst ein Lehramtsstudium (Musik und Englisch) auf, welches er an der TU Dortmund und am Hamilton College (NY, USA) absolvierte und im Sommer 2008 mit dem Ersten Staatsexamen abschloss.

Sein Gesangsstudium, welches er „mit Auszeichnung“ abschloss, absolvierte er ab 2006 bei Prof. Christoph Prégardien an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Seither tritt er als Opern- und Konzertsänger im In- und Ausland auf, so z.B. in Italien, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich, Brasilien und Mexiko.

Seine Konzerttätigkeit mit solch namhaften Partnern wie Christoph Prégardien, Michael Gees, Christophe Coin, den Dirigenten Peter Neumann, Marcus Creed, Emil Tabakov und Steven Sloane ist im Rundfunk und auf Tonträger dokumentiert und brachte Michael Dahmen unter anderem auf die Podien der Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld, der Beethovenhalle Bonn, des Dortmunder Konzerthauses und des Kleinen und des Großen Sendesaals im WDR-Funkhaus sowie der Kölner Philharmonie.

Seine Diskographie umfasst solche Raritäten wie Robert Schumanns "Der Rose Pilgerfahrt" (Carus) oder die Weltersteinspielung einiger Lieder von Johann Benjamin Gross (LaBorie).

Auf der Opernbühne arbeitete der junge Bariton mit Regisseuren wie Igor Folwill, Pierre Audi, Roland Schwab, Elisabeth Stöppler, Alexander von Pfeil und Altmeister Dietrich Hilsdorf und wurde von Kritikern der Fachzeitschrift "theater pur" mehrfach zum "Nachwuchssänger NRW" nominiert. Er verkörperte Opernpartien wie Conte d'Almaviva in Mozarts „Le Nozze di Figaro“ oder Lortzings Zar, Operettencharaktere wie Dr. Falke in Strauss’ „Die Fledermaus“ oder Dr. Siedler in Benatzkys „Im Weissen Rössl“ und erarbeitete im Bereich der Neuen Musik die Rolle des Paul in Philip Glass' „Les enfants terribles“ sowie im April 2012 die Titelpartie in der Uraufführung von Sidney Corbetts Oper „Ubu“. "Mit größtem physischen und gesanglichen Einsatz formte er diesen Mythos-Charakter zu einer bei aller gruselig-abwegigen Abscheulichkeit eindrucksvollen Theaterpartie" und wurde dafür mit dem Gelsenkirchener Theaterpreis 2012 ausgezeichnet.

Besondere Aufmerksamkeit bei Publikum und Presse erregte seine Verkörperung des Grafen Danilo Danilowitsch in Franz Lehárs "Die lustige Witwe".

Eine besonders intensive und langjährige künstlerische Beziehung verbindet Michael Dahmen mit seinem Liedbegleiter Christoph Schnackertz. Das Duo wurde im November 2010 bei den "WDR3 Open Auditions" vorstellig und wurde seither mehrfach für Beiträge im Hörfunkprogramm von WDR3 engagiert, so z.B. für die Oster-Schubertiade 2012 und für Hugo Wolfs "Italienisches Liederbuch" (gemeinsam mit der Sopranistin Anna Lucia Richter). Im Sommer folgte die Ersteinspielung der Heine Lieder von Richard Farber.

Mit seinem breit gefächerten, vom Barock bis zur Jetztzeit reichenden Repertoire ist der junge Sänger Gast bei renommierten Festivals, so z.B. beim Internationalen Bachfest Schaffhausen, beim Beethovenfest Bonn, beim Festival Mitte Europas oder bei der Ruhrtriennale, wo er im Herbst 2010 bei der Welturaufführung von Hans Werner Henzes "Gisela!" den Hanspeter sang. Eine Reise mit Konzerten und Meisterklassen führte ihn im November 2017 erstmals nach Israel.

Michael Dahmen bindet ein Vertrag ans Musiktheater im Revier (MiR) Gelsenkirchen, als Gast oder als Einspringer sang er am Theater Solingen/ Remscheid (Masetto, 2009), am Theater Hagen (The Fairy Queen, 2010), am Theater Osnabrück (Schaunard, 2013/14), an der Staatsoper Hannover (Easter, 2013) und jüngst am Theater Dortmund (Conte Almaviva, 2016). In der Spielzeit 2017/2018 gastiert er als König Gunther in "Die lustigen Nibelungen" von Oscar Straus am Badischen Staatstheater Karlsruhe.

 Zur Spielzeit 2018/2019 wechselt Michael Dahmen als Ensemblemitglied ans Staatstheater Mainz.

 

Hermann Bäumer (Foto: Felix Broede)

Hermann Bäumer · Dirigent

Hermann Bäumer ist seit der Spielzeit 2011/12 Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz sowie Generalmusikdirektor des Mainzer Staatstheaters. Seine durchdachten und einfallsreichen Programme sowie die Auseinandersetzung mit außergewöhnlichem musikdramatischem Repertoire bescheren ihm großen Zuspruch von Publikum und Fachpresse. Als einstiger Berliner Philharmoniker weiß er um die Raffinessen guter Orchesterarbeit und wird für seine unprätentiöse und der Musik verpflichtenden Art von Orchestern auf der ganzen Welt geschätzt.

Die letzten Spielzeiten führten ihn u. a. zur Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Bayerischen Staatsorchester München, dem Orchester der Komischen Oper Berlin, dem Tokyo Symphony Orchestra, dem hr-Sinfonieorchester, Iceland Symphony orchestra und dem Norrköpping Symphony Orchestra. In der Saison 2018/19 steht Hermann Bäumer am Pult der China National Opera Bejing, der Neuen Philharmonie Westfalen  und zum wiederholten Male des Bundesjugendorchesters. Zudem ist er seit der Spielzeit 2016/17 Conductor in Residence der Hofer Symphoniker. Hermann Bäumer ist ein begnadeter Entdecker und Wiederentdecker für rares Repertoire sowohl im Musiktheater-, als auch im Konzertbereich. Darüber hinaus ist er landesweit besonders geschätzt für die Zusammenarbeit mit Jugendorchestern wie beispielsweise dem LJO Rheinland-Pfalz. Neben zahlreichen Sinfonie-, Jugend- und Sonderkonzerten dirigiert Hermann Bäumer in dieser Spielzeit u. a. auch Loriot / Wagners Der Ring an einem Abend, Prokofjews Die Liebe zu den drei Orangen, die dt. Erstaufführung von Aperghis‘ Avis de Tempête sowie die Wiederaufnahmen von Verdis Don Carlo und Langaards Antikrist.