4. Sinfoniekonzert

Toru Takemitsu

Archipelago S. (aus dem Sonderkonzert "Auf Wiederhören!? ..." vom 26. 4. 2018)

Sergej Rachmaninow

Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 44

Sergej Prokofjew

Alexander Newski. Kantate für Mezzosopran, Chor und Orchester op. 78

Sanja Anastasia · Mezzosopran
Chor und Extrachor des Staatstheaters Mainz
(Einstudierung Sebastian Hernandez Laverny)
Hermann Bäumer · Dirigent

Gesagt, getan: Archipelago S. von Toru Takemitsu war der Publikumsfavorit des Sonderkonzertes „Auf Wiederhören!?“ in der vergangenen Saison, somit dürfen Sie das Werk zum Auftakt des 4. Sinfoniekonzertes nun „wiederhören“. Es spiegelt das Thema „Insel“ auf vielfältige Weise wider, deutlich erkennbar allein schon durch die räumliche Disposition der Komposition: die 21 Musiker*innen sind in fünf Gruppen aufgeteilt, die wie (Klang-)Inseln im Raum platziert sind.

Von der Insel aufs russische Festland mit zwei Werken von ganz unterschiedlichem Klang-Charakter: Sergej Rachmaninows düster- melancholische dritte Sinfonie ist eine selten zu hörende Komposition mit besonders faszinierendem letzten Satz: einem monumentalen Tanz, der nach und nach von einem der prominentesten Motive der Musikgeschichte übernommen wird, einer Sequenz aus der lateinischen Totenliturgie, dem „Dies irae“. Kurz vor Schluss schraubt sich dieses düstere Motiv fast obsessiv durch die Register, auf besondere Weise formt Rachmaninow daraus dennoch ein triumphales Finale.

Sergej Prokofjews Kantate Alexander Newski für Mezzosopran, Chor und Orchester (1938/39) basiert auf seiner Musik zu Sergej Eisensteins gleichnamigem Historien- und Propaganda-Film. In sieben Sätzen fängt sie die musikalische Essenz des legendären Films über den russischen Volkshelden ein: Sujet ist der Abwehrkampf der Russen unter Newskis Führung gegen das eindringende Ritterheer des Deutschen Ordens und der Sieg in der Schlacht auf dem Peipussee im Jahr 1242. Schon bald nach der Uraufführung avancierte die ergreifende Komposition in der Sowjetunion zu einem der beliebtesten Chorwerke des Jahrhunderts.

Sania Anastasia ·

Die serbische Mezzosopranistin Sanja Anastasia studierte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz und Wien. Sie war Preisträgerin von mehreren internationalen Gesangswettbewerben wie Jeunesse Musicales in Belgrad, Enrico Caruso in Milano, Vincenzo Bellini in Caltanisetta und Schloß Rheinsberg in Deutschland. Ihre zahlreichen Engagements führten sie auf Bühnen in ganz Europa, Trog Turky, Südafrika, Republik Südkorea und Japan. Von 2011-2013 war Sanja Anastasia Mitglied des Staatstheaters Mainz, wo sie Lucretia in The Rape of Lucretia, Ulrica in Un Ballo in Maschera, Mescalina in Le Grand Macabre, Klytämnestra in Elektra, Electress in Der Prinz von Homburg und Olga in Eugen Onegin. Sie hatte Gastauftritte an der Volksoper Wien, der Cape Town Opera, Brašov Oper, Košice Oper, dem National Theater Sarajevo, National Theater Maribor, Theater Aachen, Theater Erfurt, National Theater-Belgrad, Theater Magdeburg, Theater der Baumeister, Staatstheater Prag, in Salzburg, bei einer Japantournee mit dem Vienna Opera Ensemble, im Seoul Arts Center und Busan, Südkorea. Auf dem Konzertpodium hatte Sanja Anastasia mit der Belgrader Philharmonie, der Slowenischen Philharmonie, der Sarajevo Philharmonie, der Brandenburgischen Philharmonie oder der Moskauer Philharmonie gearbeitet. Sie sang Verdis Requiem mit dem Sinfonieorchester des Theaters Würzburg und am Theater Wielki in Lodz, Polen. Außerdem gab sie Konzerte mit Verona Lirica am Teatro Filarmonico in Verona, Italien. Viele ihrer Konzertauftritte sind live aufgezeichnet und im Fernsehen übertragen worden. Mit der Gala "Stars der Arena" feierte Sanja Anastasia ihr Debüt in der Alten Oper Frankfurt im Februar dieses Jahres.

 

Hermann Bäumer (Foto: Felix Broede)

Hermann Bäumer · Dirigent

Hermann Bäumer ist seit der Spielzeit 2011/12 Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz sowie Generalmusikdirektor des Mainzer Staatstheaters. Seine durchdachten und einfallsreichen Programme sowie die Auseinandersetzung mit außergewöhnlichem musikdramatischem Repertoire bescheren ihm großen Zuspruch von Publikum und Fachpresse. Als einstiger Berliner Philharmoniker weiß er um die Raffinessen guter Orchesterarbeit und wird für seine unprätentiöse und der Musik verpflichtenden Art von Orchestern auf der ganzen Welt geschätzt.

Die letzten Spielzeiten führten ihn u. a. zur Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Bayerischen Staatsorchester München, dem Orchester der Komischen Oper Berlin, dem Tokyo Symphony Orchestra, dem hr-Sinfonieorchester, Iceland Symphony orchestra und dem Norrköpping Symphony Orchestra. In der Saison 2018/19 steht Hermann Bäumer am Pult der China National Opera Bejing, der Neuen Philharmonie Westfalen  und zum wiederholten Male des Bundesjugendorchesters. Zudem ist er seit der Spielzeit 2016/17 Conductor in Residence der Hofer Symphoniker. Hermann Bäumer ist ein begnadeter Entdecker und Wiederentdecker für rares Repertoire sowohl im Musiktheater-, als auch im Konzertbereich. Darüber hinaus ist er landesweit besonders geschätzt für die Zusammenarbeit mit Jugendorchestern wie beispielsweise dem LJO Rheinland-Pfalz. Neben zahlreichen Sinfonie-, Jugend- und Sonderkonzerten dirigiert Hermann Bäumer in dieser Spielzeit u. a. auch Loriot / Wagners Der Ring an einem Abend, Prokofjews Die Liebe zu den drei Orangen, die dt. Erstaufführung von Aperghis‘ Avis de Tempête sowie die Wiederaufnahmen von Verdis Don Carlo und Langaards Antikrist.