4. Sinfoniekonzert

Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonie Nr. 1 Es-Dur KV 16

David Philip Hefti

As dark as night. Für eine Alt-Stimme und Orchester auf ein Sonett von Shakespeare (DEA)

Joseph Haydn

Sinfonie Nr. 98 B-Dur Hob. I:98 

Geneviève King · Alt
Hermann Bäumer · Dirigent

England ist das Bindeglied zwischen den drei Werken dieses Sinfoniekonzertes: Im Jahr 1764 hielt sich Familie Mozart in London auf. Als der Vater starke Halsschmerzen bekam, sollten Wolfgang und seine Schwester Nannerl leise sein und vor allem bloß nicht Klavier spielen. Um sich zu beschäftigen, begann der damals erst achtjährige Wolfgang Amadeus Mozart, seine Sinfonie Nr. 1 zu komponieren. In diesem Frühwerk bietet er schon einen außergewöhnlichen Beweis seiner Fähigkeit, die musikalischen Formen seiner Zeit mit eigenen originellen Einfällen zu verbinden.

Der Komposition As dark as night für eine Alt-Stimme und Orchester des Schweizer Komponisten David Philip Hefti liegt das 147. Sonett von William Shakespeare zugrunde. „Wenn ich dieses alte Englisch höre oder lese, ist das für mich bereits Musik“, sagte Hefti in einem Interview anlässlich der Uraufführung. Beim mehrmaligen Lesen des Sonetts habe er innerlich immer komplett andere Klänge gehört. So hat er aus der Not eine Tugend gemacht und dasselbe Sonett gleich fünfmal aus verschiedenen Blickwinkeln vertont, die fünf „Strophen“ jedoch mit Zwischenspielen zu einem einsätzigen Werk verbunden.

Die Sinfonie Nr. 98 von Joseph Haydn schlägt den Bogen zurück nach London und auch zu Mozart: Das Werk gehört zu den berühmten „Londoner Sinfonien“, und der Komponist versteckt im Beginn des 2. Satzes nicht nur geschickt die britische Nationalhymne, sondern kommentiert auch musikalisch den Ton seines jungen Freundes Mozart. In dieser Sinfonie bricht Haydn mit bis dahin gültigen Konventionen und überzeugt durch Eleganz, kontrapunktisches Können und musikalische Gewitztheit. 

Geneviève King (Foto: Andreas J. Etter)

Geneviève King · Alt

Bereits mit 16 Jahren begann die in Frankreich geborene Mezzo-Sopranistin Geneviève King ihr Studium an der Guildhall School of Music and Drama in London. Schon während des Studiums trat sie im dortigen Opernstudio in vielen Rollen auf. Ergänzend studierte sie in Chicago am Steans Institute for Young Artists und in Salzburg bei Grace Bumbry. Zahlreiche Preise bei Wettbewerben in Frankreich und Deutschland dokumentieren ihr Talent, so z. B. der Fondation Bleustein Blanchet Wett- bewerb, der Singer Polignac Wettbewerb, der Internationale Gesangswettbewerb Marman- de und der Wettbewerb der Kammeroper Schloss Rheinsberg. Ihr Operndebüt gab die junge Künstlerin 2007 am Opernhaus Leipzig. Von 2009 bis 2012 war sie Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg und wechselte von dort ans Oldenburgische Staatstheater. Seit der Spielzeit 2014/15 ist Geneviève King Mitglied des Staatstheaters Mainz. Hier übernahm sie u. a. die Rolle der Rosina in Der Barbier von Sevilla und war als Néris in Médée zu sehen. In der Spielzeit 2017/18 wirkt sie u.a. in Mozarts La Clemenza di Tito mit. 

Hermann Bäumer (Foto: Felix Broede)

Hermann Bäumer · Dirigent

 

Hermann Bäumer ist seit der Spielzeit 2011/12 Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz sowie Generalmusik- direktor des Mainzer Staatstheaters. Seine durchdachten und einfallsreichen Programme sowie die Auseinandersetzung mit außergewöhnlichem musikdramatischem Repertoire bescheren ihm großen Zuspruch von Publikum und Fachpresse. Als einstiger Berliner Philharmoniker weiß er um die Raffinessen guter Orchesterarbeit und wird für seine unprätentiöse und der Musik ver- pflichtenden Art von Orchestern auf der ganzen Welt geschätzt.

Die letzten Spielzeiten führten ihn u. a. zur Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Bayerischen Staatsorchester München und dem Norrköpping Symphony Orchestra. In der Saison 2017/18 steht Hermann Bäumer am Pult des hr-Sinfonieorchesters, des Orchesters der Komischen Oper Berlin, dem Tokyo Symphony Orchestra und zum wiederholten Male des Iceland Symphony Orchestra sowie des Bundesjugendorchesters. Zudem ist er seit der Spielzeit 2016/17 Conductor in Residence der Hofer Symphoniker. Hermann Bäumer ist ein begnadeter Entdecker und Wiederentdecker für rares Repertoire sowohl im Musiktheater-, als auch im Konzertbereich. Darüber hinaus ist er landesweit be-sonders geschätzt für die Zusammenarbeit mit Jugendorchestern wie beispielsweise dem LJO Rheinland-Pfalz. Neben zahlreichen Sinfonie-, Jugend- und Sonderkonzerten dirigiert Hermann Bäumer in dieser Spielzeit u. a. auch Verdis Don Carlo, Langaards Antikrist und die Wiederaufnahme von Bellinis Norma