3. Sinfoniekonzert

Antonín Dvořák

Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 („Aus der Neuen Welt“)

Wolf Kerschek

Trumpets Shall Sound
für Solotrompete, 9 Trompeten und Orchester

Leoš Janáček

Sinfonietta op. 60 

Prof. Matthias Höfs und seine Trompetenklasse der Hochschule für Musik und Theater Hamburg
Hermann Bäumer · Dirigent

Die Werke der beiden tschechischen Komponisten im 3. Sinfoniekonzert schöpfen ihre Inspiration aus der Volksmusik: Aus dem Geiste von Spirituals, Plantagenliedern aus den Südstaaten und Indianermelodien, die er sich vorsingen lässt, will Antonín Dvořák seinen Auftrag erfüllen, eine amerikanische Nationalmusik zu entwickeln. Und tatsächlich scheint seine 9. Sinfonie, die er als erstes Werk zu Beginn seiner knapp dreijährigen Zeit in Amerika komponiert, einige Elemente dieser Lieder aufgegriffen zu haben. Manche Interpret*innen behaupten aber auch, Dvořák habe als Ausdruck seiner Sehnsucht nie so „tschechisch“ komponiert wie in seiner 9. Sinfonie.

Sein Landsmann Leoš Janáček hingegen setzt der Stadt Brünn mit seiner glanzvoll-virtuosen Sinfonietta ein patriotisch-folkloristisches Denkmal. Der als Auftrag für ein großes nationales Turnfest komponierten Eröffnungsfanfare mit zwölf (!) Trompeten ließ Janáček schnell vier weitere Sätze folgen, die unverkennbar aus den reichen Quellen mährischer Volksmusik inspiriert sind.

Ebenfalls einen starken Trompetensatz verlangt das Werk The Trumpets Shall Sound für Solotrompete, neun Trompeten und Orchester des Hamburger Jazzers Wolf Kerschek. Die einer Bigband ähnelnde Solist*innenbesetzung sowie effektvoll inszenierte Klänge zwischen Jazz, Rock und Filmmusik knüpfen eine Verbindung zur neuen Welt und sind eine Liebeserklärung an die Trompete. 

Matthias Höfs · Trompete

Mit sechs Jahren erklärte Matthias Höfs die Trompete zu seinem Instrument, „weil sie so schön glänzt“. Seine Ausbildung erhielt er bei Prof. Peter Kallensee in Hamburg und Prof. Konradin Groth an der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker. Gerade 18-jährig verpflichtete ihn das Philharmonischen Staatsorchester Hamburg als Solo- Trompeter. Zur gleichen Zeit wurde er Mitglied des Ensembles GERMAN BRASS, für das er sich und seinen Kollegen innovative, nachaltig und genreübergreifend die Brasswelt inspirierende, Arrangements „auf den Leib“ schreibt. Mit musikalischem Pionier- geist erweitert er kontinuierlich den Horizont seines Instruments – sei es durch die enge Zusammenarbeit mit Komponist*innen, oder durch die langjährige Kooperation mit den Instrumentenbauern Max und Heinrich Thein. Eine umfangreiche Diskographie als Solist und mit GERMAN BRASS – 2016 mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet – dokumentiert sein außergewöhnliches Schaffen.

Die Leidenschaft für sein Instrument vermittelt Matthias Höfs auch seinen Studierenden, die er seit 2000 als Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg mit großem Engagement unterrichtet. Seit Beginn seiner Lehrtätigkeit gibt es Kooperationen mit den namhaften Opernhäusern Norddeutschlands. Neben regelmäßiger Tätigkeit als Bühnenmusiker*innen an der Hamburger Staatsoper sind die Musiker*innen der Klasse auch in exponierten Positionen in Bremen, Hannover, Kiel und Lübeck tätig. Zahlreiche Absolvent*innen von Matthias Höfs Klasse bekleiden inzwischen Spitzenpositionen in deutschen sowie internationalen Sinfonieorchestern. 

Hermann Bäumer (Foto: Felix Broede)

Hermann Bäumer · Dirigent

 

Hermann Bäumer ist seit der Spielzeit 2011/12 Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz sowie Generalmusik- direktor des Mainzer Staatstheaters. Seine durchdachten und einfallsreichen Programme sowie die Auseinandersetzung mit außergewöhnlichem musikdramatischem Repertoire bescheren ihm großen Zuspruch von Publikum und Fachpresse. Als einstiger Berliner Philharmoniker weiß er um die Raffinessen guter Orchesterarbeit und wird für seine unprätentiöse und der Musik ver- pflichtenden Art von Orchestern auf der ganzen Welt geschätzt.

Die letzten Spielzeiten führten ihn u. a. zur Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Bayerischen Staatsorchester München und dem Norrköpping Symphony Orchestra. In der Saison 2017/18 steht Hermann Bäumer am Pult des hr-Sinfonieorchesters, des Orchesters der Komischen Oper Berlin, dem Tokyo Symphony Orchestra und zum wiederholten Male des Iceland Symphony Orchestra sowie des Bundesjugendorchesters. Zudem ist er seit der Spielzeit 2016/17 Conductor in Residence der Hofer Symphoniker. Hermann Bäumer ist ein begnadeter Entdecker und Wiederentdecker für rares Repertoire sowohl im Musiktheater-, als auch im Konzertbereich. Darüber hinaus ist er landesweit be-sonders geschätzt für die Zusammenarbeit mit Jugendorchestern wie beispielsweise dem LJO Rheinland-Pfalz. Neben zahlreichen Sinfonie-, Jugend- und Sonderkonzerten dirigiert Hermann Bäumer in dieser Spielzeit u. a. auch Verdis Don Carlo, Langaards Antikrist und die Wiederaufnahme von Bellinis Norma