2. Sinfoniekonzert

Wolfgang Rihm

Dunkles Spiel (aus dem Sonderkonzert „Auf Wiederhören!?“ vom 13.6.2019)

Johannes Brahms

Konzert fur Violine und Orchester D-Dur op. 77

Johannes Brahms

Konzert fur Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83

Tzimon Barto • Klavier
Mihail Katev • Violine
Hermann Bäumer • Dirigent

Im Frühjahr 2019 hat der Deutsche Musikverleger-Verband dem Philharmonischen Staatsorchester Mainz das Prädikat „Bestes Konzertprogramm der Spielzeit“ verliehen. Ausschlaggebend für die Vergabe des Preises war u.a. die selbstverständliche Verbindung des klassischen Orchester-Repertoires mit anregenden Wieder- und Neuentdeckungen, insbesondere auch das Konzertformat „Auf Wiederhören“ hatte es der Jury angetan. In genau dieser Reihe haben Sie, verehrtes Publikum, den ersten Programmpunkt des 2. Sinfoniekonzertes selbst ausgewählt. Gleich zwei schwergewichtige Instrumentalkonzerte von Johannes Brahms komplettieren das Programm: Das 1878 vollendete einzige Violinkonzert wurde wegen seiner technischen Herausforderungen zu einem der bekanntesten Repertoirestücke der Violinliteratur. Damals missfiel es jedoch zahlreichen Geigenvirtuosen, da sich der Solist häufig in den sinfonischen Prozess des Werkes einfügen muss. Der berühmte Geiger Pablo de Sarasate soll zum Adagio gesagt haben, er denke nicht daran, mit der Geige in der Hand zuzuhören, wie die Oboe dem Publikum die einzige Melodie des Stückes vorspiele. Mihail Katev hingegen, der Konzertmeister des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz, wird seinem Kollegen gerne zuhören und zugleich gewohnt virtuos-souverän sein Können als Solist unter Beweis stellen. Ausserdem gibt es ein Wiederhören mit dem amerikanischen Star-Pianisten Tzimon Barto, der den Solo-Part in Brahms’ 2. Klavierkonzert ubernimmt. Dieses Opus 83 ist das mächtigste aller romantischen Klavierkonzerte, ein umfangreiches Großwerk mit viel Raum für den Solisten, der auch hier extrem in den sinfonischen Fluss integriert wird, fast immer aktiv ist, Impulse gibt, dialogisiert und das Geschehen vorantreibt.

Mihail Katev, Foto: Dennis Möbus

Mihail Katev · Violine

Mihail Katev, seit 2006 1. Konzertmeister des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz, begann mit vier Jahren Violine zu spielen und studierte bereits mit 16 an der Hochschule für Musik Frankfurt am Main in der Meisterklasse von Prof. Edith Peinemann. Ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen ist er gern gesehener Gastkonzertmeister z. B. der Staatsoper Hamburg, Staatsoper Hannover, dem Staatstheater Nürnberg, beim Frankfurter Opern- und Museumsorchester, Nationaltheater Mannheim, dem Staatstheater Kassel u.v.a. Die Vielseitigkeit prägt die künstlerische Laufbahn des Musikers. 17 Jahre lang widmete er sich dem Unterrichten als Lehrbeauftragter an der Frankfurter Musikhochschule und erhielt 2009 eine Vertretungsprofessur an der Hochschule für Musik Mainz. 2016 schloss er zudem sein Dirigierstudium mit Bestnote. Ab der Spielzeit 19/20 wird er 1. Gastdirigent an der Staatsoper Ruse/Bulgarien und ab 2020 tritt er zudem in die künstlerische Leitung des ältesten Festivals Bulgariens „March Music Days“ ein.

 

 

 

 

 


 

Tzimon Barto, Fotoquelle: www.tzimonbarto.com

Tzimon Barto · Klavier

Als einer der führenden amerikanischen Pianisten begeistert Tzimon Barto das Publikum auf beiden Seiten des Atlantiks mit außergewöhnlichen und mitreißenden Konzerten und seiner sehr persönlichen und unkonventionellen Sichtweise, die durch Konsequenz, exquisiten Klangsinn sowie faszinierende Kontraste und Differenzierungen überzeugt. Tzimon Barto wuchs in Florida auf, wo er mit fünf Jahren ersten Klavierunterricht erhielt. Er studierte an der Juilliard School in New York bei der berühmten Klavierdozentin Adele Marcus und gewann bereits in dieser Zeit gleich zwei Mal hintereinander den Gina Bachauer Wettbewerb. Der internationale Durchbruch erfolgte Mitte der 1980er Jahre, als Tzimon Barto auf Einladung Herbert von Karajans im Wiener Musikverein sowie bei den Salzburger Festspielen auftrat. Seither konzertierte er mit beinahe allen international führenden Orchestern und gastiert regelmäßig bei den renommiertesten Festivals.

 

 

 

 

 

GMD Hermann Bäumer, Foto: Felix Broede

Hermann Bäumer ·

Hermann Bäumer ist seit der Spielzeit 2011/12 Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz sowie Generalmusikdirektor des Mainzer Staatstheaters. Seine durchdachten und einfallsreichen Programme sowie die Auseinandersetzung mit außergewöhnlichem musikdramatischem Repertoire bescheren ihm großen Zuspruch von Publikum und Fachpresse. Als einstiger Berliner Philharmoniker weiß er um die Raffinessen guter Orchesterarbeit und wird für seine unprätentiöse und der Musik verpflichtenden Art von Orchestern auf der ganzen Welt geschätzt.

 

 

 

Die letzten Spielzeiten führten ihn u. a. zur Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Bayerischen Staatsorchester München, dem Orchester der Komischen Oper Berlin, dem Tokyo Symphony Orchestra, dem hr-Sinfonieorchester, Iceland Symphony orchestra und dem Norrköpping Symphony Orchestra. In der Saison 2018/19 steht Hermann Bäumer am Pult der China National Opera Bejing, der Neuen Philharmonie Westfalen und zum wiederholten Male des Bundesjugendorchesters. Zudem ist er seit der Spielzeit 2016/17 Conductor in Residence der Hofer Symphoniker. Hermann Bäumer ist ein begnadeter Entdecker und Wiederentdecker für rares Repertoire sowohl im Musiktheater-, als auch im Konzertbereich. Darüber hinaus ist er landesweit besonders geschätzt für die Zusammenarbeit mit Jugendorchestern wie beispielsweise dem LJO Rheinland-Pfalz. Neben zahlreichen Sinfonie-, Jugend- und Sonderkonzerten dirigiert er in dieser Spielzeit u. a. Modest Mussorgskijs Oper Boris Godunow, Luigi Nonos Al Gran Sole sowie die Uraufführung des Musiktheaterprojektes Beethoven.