2. Sinfoniekonzert

Olga Neuwirth

Masaot / Clocks Without Hands

Gustav Mahler

Das Lied von der Erde 

Gerhild Romberger · Alt
Dominik Wortig · Tenor
Hermann Bäumer · Dirigent

Zentrales Werk des 2. Sinfoniekonzertes bildet Gustav Mahlers Lied von der Erde für großes Orchester und zwei Gesangsstimmen. Der sinfonisch angelegte Zyklus von Orchesterliedern entstand wenige Jahre vor Mahlers Tod in einer Zeit privater Schicksalsschläge. Mit rätselhaften Texten, die auf Nachdichtungen alter chinesischer Lyrik beruhen, besingt er düstere Stimmungen des Wandels und der Vergänglichkeit. Auch wenn zwischendurch von funkelnden Augen in goldener Sonne die Rede ist: Am Ende muss der Abschied kommen – mit den Worten „ewig, ewig“ klingt dieser monumentale Abgesang auf das Leben aus. Den Dirigenten Bruno Walter fragte Mahler daher: „Ist das überhaupt zum aushalten?“ Hermann Bäumer und das Philharmonische Staatsorchester Mainz werden diese Frage mit einem überzeugenden „Ja“ beantworten, zusammen mit den Solisten Gerhild Romberger und Dominik Wortig.

Zuvor erklingt das Werk Masaot/Clocks without Hands der österreichischen Komponistin Olga Neuwirth, das auf einen Auftrag zurückgeht, zu Mahlers 100. Todestag ein neues Werk zu schreiben. Die Komposition reflektiert Mahler und sein Umfeld, zugleich verarbeitet Neuwirth darin aber auch einen bewegenden persönlichen Traum von ihrem Großvater. Sie schreibt: Masaot/Clocks without Hands möge „als poetische Reflexion über das Verschwinden von Erinnerung angesehen werden“ und sei ein „unmöglicher Versuch, durch das Komponieren die Zeit aufzuhalten“. Ergo: Passendes Pendant zu Mahlers Bekenntniswerk über Leben und Tod, über Jugend und Schönheit, über Sehnsucht und Vergänglichkeit. 

Dominik Wortig · Tenor

Der Tenor Dominik Wortig ist ein internatio- nal engagierter Sänger auf der Opernbühne, auf dem Konzertpodium, bei Liederabenden, zahlreichen renommierten Festivals und bei CD- und Rundfunkproduktionen. Seit 2013 ist seine Lehrtätigkeit am Leopold-Mozart-Zentrum für Musik der Universität Augsburg ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit. In Festengagements und als Gast – u. a. an der Staatsoper Stuttgart und der Sächsischen Staatsoper Dresden – sang er nahezu alle wichtigen lyrischen Tenorpartien und erwei- terte sein Repertoire immer wieder um aus- gewählte Partien des jugendlich-dramati- schen Fachs. In der Saison 2013/14 gab er sein Debüt an der Mailänder Scala. Sein im- menses Repertoire, das von Monteverdis Marienvesper, über die Werke Johann Sebastian Bachs und die großen Oratorien der Romantik und Moderne bis hin zu einer Reihe von Uraufführungen reicht, dokumentiert die stilistische Vielseitigkeit dieses Künstlers. 

Foto: Christine Schneider

Gerhild Romberger · Alt

Gerhild Romberger ist im Emsland geboren und aufgewachsen. Nach dem Studium der Schulmusik an der Hochschule für Musik in Detmold schloss sie ihre Gesangsausbildung bei Heiner Eckels mit Konzertexamen ab. Kurse bei den Professoren für Liedgestaltung Mitsuko Shirai und Hartmut Höll ergänzten ihr Studium. Mittlerweile lebt sie mit ihrer Familie in Detmold, wo sie seit langem als äußerst beliebte Lehrerin eine Professur für Gesang an der Hochschule für Musik innehat. Die Altistin hat sich immer auf den Konzertgesang konzentriert. Schwerpunkte ihrer Arbeit bilden Liederabende unterschiedlichster Thematik sowie die Beschäftigung mit zeitgenössischer Musik. Das außergewöhnlich weitgespannte Repertoire der Sängerin umfasst alle großen Alt- und Mezzo-Partien des Oratorien- und Konzertgesangs vom Barock über die Klassik und Romantik bis hin zur Literatur des 20. Jahrhunderts. Als weltweit gefragte Solistin tritt Gerhild Romberger mit den großen Orchestern und renommierten Dirigenten wie u. a. Andris Nelsons, Ricardo Chailly, Herbert Blomstedt, Bernhard Haitink und Manfred Honeck auf.