2. Sinfoniekonzert

Olga Neuwirth

Masaot / Clocks Without Hands

Gustav Mahler

Das Lied von der Erde 

Gerhild Romberger · Alt
Daniel Kirch · Tenor
Hermann Bäumer · Dirigent

Zentrales Werk des 2. Sinfoniekonzertes bildet Gustav Mahlers Lied von der Erde für großes Orchester und zwei Gesangsstimmen. Der sinfonisch angelegte Zyklus von Orchesterliedern entstand wenige Jahre vor Mahlers Tod in einer Zeit privater Schicksalsschläge. Mit rätselhaften Texten, die auf Nachdichtungen alter chinesischer Lyrik beruhen, besingt er düstere Stimmungen des Wandels und der Vergänglichkeit. Auch wenn zwischendurch von funkelnden Augen in goldener Sonne die Rede ist: Am Ende muss der Abschied kommen – mit den Worten „ewig, ewig“ klingt dieser monumentale Abgesang auf das Leben aus. Den Dirigenten Bruno Walter fragte Mahler daher: „Ist das überhaupt zum aushalten?“ Hermann Bäumer und das Philharmonische Staatsorchester Mainz werden diese Frage mit einem überzeugenden „Ja“ beantworten, zusammen mit den Solisten Gerhild Romberger und Daniel Kirch.

Für den erkrankten Dominik Wortig konnten wir dankenswerterweise kurzfristig den Tenor Daniel Kirch für die Tenorpartie in Mahlers Lied von der Erde gewinnen.

Zuvor erklingt das Werk Masaot/Clocks without Hands der österreichischen Komponistin Olga Neuwirth, das auf einen Auftrag zurückgeht, zu Mahlers 100. Todestag ein neues Werk zu schreiben. Die Komposition reflektiert Mahler und sein Umfeld, zugleich verarbeitet Neuwirth darin aber auch einen bewegenden persönlichen Traum von ihrem Großvater. Sie schreibt: Masaot/Clocks without Hands möge „als poetische Reflexion über das Verschwinden von Erinnerung angesehen werden“ und sei ein „unmöglicher Versuch, durch das Komponieren die Zeit aufzuhalten“. Ergo: Passendes Pendant zu Mahlers Bekenntniswerk über Leben und Tod, über Jugend und Schönheit, über Sehnsucht und Vergänglichkeit. 

Foto: Christine Schneider

Gerhild Romberger · Alt

Gerhild Romberger ist im Emsland geboren und aufgewachsen. Nach dem Studium der Schulmusik an der Hochschule für Musik in Detmold schloss sie ihre Gesangsausbildung bei Heiner Eckels mit Konzertexamen ab. Kurse bei den Professoren für Liedgestaltung Mitsuko Shirai und Hartmut Höll ergänzten ihr Studium. Mittlerweile lebt sie mit ihrer Familie in Detmold, wo sie seit langem als äußerst beliebte Lehrerin eine Professur für Gesang an der Hochschule für Musik innehat. Die Altistin hat sich immer auf den Konzertgesang konzentriert. Schwerpunkte ihrer Arbeit bilden Liederabende unterschiedlichster Thematik sowie die Beschäftigung mit zeitgenössischer Musik. Das außergewöhnlich weitgespannte Repertoire der Sängerin umfasst alle großen Alt- und Mezzo-Partien des Oratorien- und Konzertgesangs vom Barock über die Klassik und Romantik bis hin zur Literatur des 20. Jahrhunderts. Als weltweit gefragte Solistin tritt Gerhild Romberger mit den großen Orchestern und renommierten Dirigenten wie u. a. Andris Nelsons, Ricardo Chailly, Herbert Blomstedt, Bernhard Haitink und Manfred Honeck auf. 

Foto: Hermann und Claerchen Baus

Daniel Kirch · Tenor

Daniel Kirch, dem Mainzer Konzertpublikum noch durch Hans Zenders komponierter Interpretation von Schuberts Winterreise in der Spielzeit 12/13 in bester Erinnerung, ist in dieser Spielzeit u. a. in Fidelio und Parsifal an der Staatsoper Stuttgart zu erleben. Der vielseitige Lied- und Opernsänger ist gern gesehener Gast der großen europäischen Opern- und Konzerthäuser. 2017 gab er äußerst erfolgreiche Partiedebüts, so in Korngolds Das Wunder der Heliane in Wien und als Tristan in Lyon. Ein Teil seines sängerischen Werdegangs wurde schon auf CD und DVD u. a. bei Capriccio, Wergo, HR, WDR, BR und Naxos dokumentiert.

 

Hermann Bäumer (Foto: Felix Broede)

Hermann Bäumer · Dirigent

 

Hermann Bäumer ist seit der Spielzeit 2011/12 Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz sowie Generalmusik- direktor des Mainzer Staatstheaters. Seine durchdachten und einfallsreichen Programme sowie die Auseinandersetzung mit außergewöhnlichem musikdramatischem Repertoire bescheren ihm großen Zuspruch von Publikum und Fachpresse. Als einstiger Berliner Philharmoniker weiß er um die Raffinessen guter Orchesterarbeit und wird für seine unprätentiöse und der Musik ver- pflichtenden Art von Orchestern auf der ganzen Welt geschätzt.

Die letzten Spielzeiten führten ihn u. a. zur Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Bayerischen Staatsorchester München und dem Norrköpping Symphony Orchestra. In der Saison 2017/18 steht Hermann Bäumer am Pult des hr-Sinfonieorchesters, des Orchesters der Komischen Oper Berlin, dem Tokyo Symphony Orchestra und zum wiederholten Male des Iceland Symphony Orchestra sowie des Bundesjugendorchesters. Zudem ist er seit der Spielzeit 2016/17 Conductor in Residence der Hofer Symphoniker. Hermann Bäumer ist ein begnadeter Entdecker und Wiederentdecker für rares Repertoire sowohl im Musiktheater-, als auch im Konzertbereich. Darüber hinaus ist er landesweit be-sonders geschätzt für die Zusammenarbeit mit Jugendorchestern wie beispielsweise dem LJO Rheinland-Pfalz. Neben zahlreichen Sinfonie-, Jugend- und Sonderkonzerten dirigiert Hermann Bäumer in dieser Spielzeit u. a. auch Verdis Don Carlo, Langaards Antikrist und die Wiederaufnahme von Bellinis Norma