1. Sinfoniekonzert

Ludwig van Beethoven
Leonore-Ouvertüre Nr. 3 op. 72b

 Alban Berg
Sieben frühe Lieder für hohe Stimme und Orchester

 Robert Schumann
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97, Rheinische

Sopran • Linda Sommerhage
Dirigent • Hermann Bäumer

Freiheit, Liebe, Heimat - drei Werte, die viele Menschen seit der Corona-Krise intensiv bewegen und nun als starke Trias den Auftakt der Sinfoniekonzerte des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz in der neuen Konzertsaison 2020/21 bilden: Ludwig van Beethovens einzige Oper Fidelio handelt davon, wie Ungerechtigkeit und Schreckensherrschaft durch den Mut und die Selbstlosigkeit Einzelner in Freiheit verwandelt werden können. Die Musik der dazugehörenden Ouvertüre Nr. 3 op. 72b skizziert die Handlung der Oper, entfaltet ein regelrechtes „Drama en miniature“. Ihre musikalische Intensität machte sie zu einem eigenständigen Orchesterwerk, das im Mainzer Beethoven-Fokus nicht fehlen darf – anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten erklingt 2020 in jedem Sinfoniekonzert ein Werk von Ludwig van Beethoven.

Die Sieben frühen Lieder entstanden zunächst als Klavierlieder in jenen Jahren, als Alban Berg seiner späteren Frau Helene begegnete. Als reiferer Komponist fasste er sie überarbeitet und orchestriert zu einem Zyklus zusammen: Die Liebeslieder mit Texten ganz verschiedener Dichter von Lenau über Storm bis Rilke ergeben eine Art Erzählung. Solistin dieser hochexpressiven Musik ist Linda Sommerhage, in Mainz bestens bekannt als Ensemblemitglied des Staatstheaters.

© Felix Broede

Hermann Bäumer · Chefdirigent und Generalmusikdirektor

 

Hermann Bäumer ist seit der Spielzeit 2011/2012 Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz sowie Generalmusikdirektor des dortigen Staatstheaters. Seine durchdachten und einfallsreichen Programme sowie die Auseinandersetzung mit außergewöhnlichem musikdramatischem Repertoire (u.a. deutsche Erstaufführung von Dusapins Perela, Langgaards Antichrist, Saariahos Adriana Mater und Aphergis` Avis de Tempete) bescheren ihm großen Zuspruch von Publikum und Fachpresse.

Als einstiger Berliner Philharmoniker weiß er um die Raffinessen guter Orchesterarbeit und wird für seine bescheidene und der Musik verpflichteten Art von Orchestern auf der ganzen Welt geschätzt.

Er dirigierte Orchester wie die Sächsische Staatskapelle Dresden, das Orchester der Komischen Oper Berlin, die Bamberger Symphoniker, das Bayerische Staatsorchester München, das hr-Sinfonieorchester, das Ensemble Resonanz und das Ensemble Modern, das Orchester der Norwegischen Staatsoper Oslo sowie das New Japan Philharmonic Orchestra und das Tokyo Symphony Orchestra. Seit der Saison 2016/17 ist er zudem „Conductor in residence“ bei den Hofer Symphonikern.

Darüber hinaus ist Hermann Bäumer landesweit für seine Jugendarbeit geschätzt, die sich in der regelmäßigen Zusammenarbeit mit zahlreichen Jugendorchestern wie dem Bundesjugendorchester (BJO) und dem Landesjugendorchester (LJO) Rheinland-Pfalz äußert.

Von 2004 bis 2011 war er Generalmusikdirektor des Osnabrücker Sinfonieorchesters und bekam für die Einspielung der 1. und 2. Sinfonie des Komponisten Josef Bohuslav Foerster einen ECHO Klassik. Mit dem Iceland Symphony Orchestra hat er die beiden Oratorien Edda I und II des isländischen Komponisten Jon Leifs uraufgeführt und auf CD eingespielt.

Mit dem Label cpo verbindet ihn eine langjährige Partnerschaft und so entstanden Aufnahmen von Bruch, R. Strauss, Gernsheim, Gounod, Röntgen u.a. mit der NDR Radiophilharmonie Hannover, der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken/Kaiserslautern, dem Philharmonischen Staatsorchester Mainz, dem Osnabrücker Sinfonieorchester und dem Kristiansand Symphony Orchestra.

In Mainz dirigiert Hermann Bäumer nicht nur beeindruckende Sinfoniekonzerte –  2018/2019 für das „Beste Konzertprogramm der Saison“ durch den Deutschen Musikverleger-Verband ausgezeichnet –,  sondern zeigt sich natürlich auch als versierter Operndirigent. Zu den Höhepunkten der vergangenen Spielzeiten zählen unter anderem Ligetis Le Grand Macabre, Wagners Die Meistersinger von Nürnberg, Poulencs Dialogues des Carmélites, Mathis der Maler von Paul Hindemith und Boris Godunow von Modest Mussorgskij.

Im Frühjahr 2020, während der Corona-Pandemie, entstand am Staatstheater Mainz in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Jan-Christoph Gockel und in Kooperation mit dem ZDF/3sat der Film Beethoven - Ein Geisterspiel.   

Linda Sommerhage · Sopran

Linda Sommerhage studierte bei Prof. Hedwig Fassbender an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und machte ihr Diplom im Fach Operngesang. Danach vervollständigte die Mezzosopranistin ihre Ausbildung an der Musikhochschule Hanns Eisler Berlin bei Professorin Anneliese Fried und schloss ihr Konzertexamen mit Auszeichnung ab. 

 

Bereits während ihres Studiums gab Linda Sommerhage ihr Operndebüt im Hessischen Staatstheater Wiesbaden und gastierte an der Oper Frankfurt. Für die Spielzeit 2006/2007 wurde sie an das internationalen Opernstudio des Staatstheaters Nürnberg engagiert und sang unter anderem in der deutschen Erstaufführung von Philip Glass „Les enfants terribles“. Im Winter 2007 gastierte sie als Hänsel in Humperdincks „Hänsel und Gretel“ erneut an der Staatsoper Nürnberg und debütierte an der Opéra national du Rhin Strasbourg als Siegrune in Wagners „Die Walküre“.

Bereits 1998 war sie Preisträgerin des Euregio Gesangswettbewerbes in Wish / Niederlande, 2007 Finalistin beim Richard-Strauss-Wettbewerb in München und 2015 beim Richard-Wagner Wettbewerb.  Silvester 2009 gab sie ihr Debüt im großen Festspielhaus Salzburg, gemeinsam mit dem Mozarteum Orchester.

In der Spielzeit 2009/2010 war sie Ensemblemitglied am Landestheater Salzburg und wechselte anschließend an das Staatstheater Oldenburg. Die Spielzeit 2013/2014 stand zunächst ganz im Zeichen von Richard Wagner. Nach ihrem erfolgreichen Rollendebüt als Brangäne in Wagners Tristan und Isolde folgte ihr Debüt an der Opéra Monte Carlo als Wellgunde im Rheingold.

Im Frühling 2014 war sie im Sinfoniekonzert mit Wagners Wesendonck Liedern zu hören.

Seit der Spielzeit 2014/15 ist Linda Sommerhage am Staatstheater Mainz engagiert und präsentierte sich zunächst mit der Partie der Magdalene in „Die Meistersinger von Nürnberg“. In der folgenden Saison widmete sie sich dem dramatischen Fach und gab ihr Debüt als Senta in Wagners „ Der fliegende Holländer“, sowie Mère Marie in Poulencs „Dialogues des carmélites“ und gastierte erneut am Staatstheater Nürnberg  als Wellgunde im Rheingold. Nach einem Liederabend mit Mahler, Berg  und Wagner in Zaragoza/Spanien mit dem Liedpianisten Alexander Fleischer stand sie als Eboli in Verdis „Don Carlo“ auf der Bühne des Mainzer Staatstheaters.  

In den nächsten Spielzeiten folgten Fricka im Ring an einem Abend, Varvara (Katja Kabanova), Fata Morgana (Die Liebe zu den 3 Orangen), erneut ihre liebgewonnene Eboli, Giulietta (Les contes d´Hoffmann), Marina Mnischek (Boris Godunow) und 4. Sopran (Al gran sole carico d´amore).

Während es Corona-Lockdowns sang sie gemeinsam mit dem Philharmonischen Staatsorchester Mahlers „Das Lied von der Erde“.

In dieser Spielzeit wird sie als Rosalinde in der Fledermaus, wie auch als Mutter in Hänsel und Gretel zu hören sein und Ihr Debüt am Theater Lüneburg mit ihrer liebgewonnenen Eboli geben.