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1. Sinfoniekonzert

Ludwig van Beethoven

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 Es-Dur op. 73

 

Carl Nielsen

Sinfonie Nr. 5 op. 50

 

Boris Giltburg • Klavier

Hermann Bäumer • Dirigent 

 

In England hat man das 5. Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven (wohl seines selbstgewissen Anfangs wegen) als „Emperor concerto“ tituliert. Dabei fällt seine Komposition (1809) genau in die Zeit, in der die politischen Erfahrungen Beethoven dazu brachten, sich vom heroischen Stil seiner früheren Stücke abzusetzen: „welch zerstörendes, wüstes Leben um mich her, nichts als Trommeln, Kanonen, Menschen-Elend aller Art“. Es ist nicht nur bemerkenswert, dass Beethoven hier zum ersten Mal alle Einzelheiten des Klavierparts festlegte und damit der Improvisation entzog. Auffällig ist vor allem, wie sensibel sich der Pianist jetzt auf die dynamischen und farblichen Nuancen des Orchesterklangs einlassen muss.

Nach dem großen Erfolg der 6.Sinfonie von Carl Nielsen in der Spielzeit 2013/14 folgt seine hierzulande viel zu wenig bekannte 5.Sinfonie – komponiert 1921-22 als Reflektion auf die Schrecken des 1. Weltkrieges –, die unbestritten zu den großen Meisterwerken des frühen 20. Jahrhunderts zählt. Im ersten der nur aus zwei Satzblöcken bestehenden Sinfonie wird die Militärtrommel zum Symbol einer kriegerischen Bedrohung, bis die Soloklarinette einen Adagio- Gesang der Streicher mit ihren Kantilenen überhöht. Im zweiten Satzblock nutzt Nielsen die Form der Fuge, um den Kampf zwischen Leben und Tod zu illustrieren. Die atemberaubende Schlusssequenz schließlich lässt Lebenskraft über alle Zerstörung triumphieren – im selben strahlenden Es-Dur des Beethoven-Konzerts. 

 

Hermann Bäumer · Dirigent

Hermann Bäumer studierte zunächst Schulmusik, Posaune und später Dirigieren in Detmold und Leipzig. Von 1992-2003 war er Posaunist der Berliner Philharmoniker. Ab der Saison 2003/04 leitete er als GMD das Theater Osnabrück und ist seit der Saison 2011/12 Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz und GMD des Staatstheaters Mainz. Durch seine äußerst kreative und erfolgreiche Arbeit, die sich auch in vielen, mehrfach ausgezeichneten Opern- und Konzerteinspielungen widerspiegelt, erwarb er sich einen hervorragenden Ruf. Die letzten Spielzeiten führten in u. a. zu den SWR-Klangkörpern sowie dem Bayerischen Staatsorchester München und dem Ensemble Resonanz. In der Spielzeit 2014/15 gab er sein Japan-Debut in Tokio zusammen mit Midori und dem New Japan Philharmonic Orchestra und dirigierte erst- mals an der Oper Oslo, die Dresdner Staatskapelle und die Stuttgarter Philharmoniker. Zum wiederholten Male war er zudem Gast der NDR-Radiophilharmonie. Neben zahlreichen Sinfonie-, Jugend- und Sonderkonzerten dirigiert Hermann Bäumer in dieser Spielzeit am Staatstheater Mainz u. a. auch den Doppelabend Zemlinsky/Puccini Der Zwerg/Gianni Schicchi, Wagners Der fliegende Holländer und Poulencs Dialogues des Carmélites.

 

 

Konzert
FR 9. 10. 2015 • 20 Uhr
SA 10. 10. 2015 • 20 Uhr
Großes Haus
Staatstheater Mainz


auftakt
Einführung zum Konzert
19 Uhr
Großes Haus
Staatstheater Mainz

 

Karten

 

Boris Giltburg · Klavier

Der 1984 geborene israelische Pianist Boris Giltburg wurde bereits mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet, so zuletzt 2013 mit dem 1. Preis beim renommierten Concours Reine Elisabeth in Brüssel. Engagements führten ihn in die großen Konzertsäle auf der ganzen Welt, wo er mit bedeutenden Orchestern und namhaften Dirigenten wie u.a. Marin Alsop, Christoph von Dohnanyi, Philippe Entremont, Neeme Järvi und Jukka-Pekka Saraste auftrat. Zahlreiche CD-Veröffentlichungen fanden ein begeistertes Echo, 2013 schrieb das Gramophone Magazin: „Wieder einmal zeigt Boris Giltburg sich als Inhaber einer massiven und allesverschlingenden Technik, die seine vor Wärme und poetischer Hingabe glühenden Interpretationen trägt.“