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2. Mainzer Komponistenportrait: Krysztof Penderecki

 

 

 

 

6. Sinfoniekonzert

 

Krzysztof Penderecki

 

 

Zwei a capella Sätze für Chor aus der

"Lukas-Passion"

 

Adagio aus der 3. Sinfonie für Streichorchester

 

Ciaccona für Streichorchester

 

Dies illa für Soli, Chor und Orchester

(Deutsche Erstaufführung)

 

Dorin RahardjaSopran

Genevieve KingMezzosopran

Derrick BallardBass

 

Chöre am Mainzer Dom
(Einstudierung Domkapellmeister Karsten Storck)

 

Krzysztof PendereckiDirigent

(Maciej Tworekmusikalische Assistenz) 

 

 

Auftaktkonzert zum 150-jährigen Jubliäum des Mainzer Domchores

 

 

Ein Wochenende der Musik, vorgestellt und interpretiert vom Komponisten: an diesem, nun zum zweiten Mal stattfindenden Projekt wirken führende Kulturinstitutionen des Landes Rheinland-Pfalz zusammen. Das Mainzer Komponistenportrait widmet sich in Zusammenarbeit des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz sowie der SWR 2 Landesmusikredaktion mit Unterstützung des Staatstheaters Mainz, des Kulturfonds Peter E. Eckes und des Landesmusikrates Rheinland-Pfalz einem bedeutenden Komponisten der Gegenwart in Orchester- und Kammerkonzerten sowie einer Diskussionsrunde. 2016 steht der große polnische Komponist Krzysztof Penderecki im Mittelpunkt, der u. a. als Dirigent im Mainzer Dom zu erleben sein wird.

 

Krzysztof Penderecki wurde am 23.November 1933 in Dębica (Polen) geboren. Bereits in jungen Jahren erhielt er Violin- und Klavierunterricht, mit 18 nahm ihn das Krakauer Konservatorium auf. Ab 1954 studierte er bei Artur Malewski und Stanislas Wiechowicz Komposition an der Krakauer Staatsakademie für Musik, an die er 1958 zum Professor berufen wurde. Ein Jahr später gewann er beim II. Warschauer Wettbewerb Junger Polnischer Komponisten alle drei zu vergebenden Preise. Zur internationalen Avantgarde schloss er 1960 mit der Uraufführung von Anaklasis für 42 Streichinstrumente bei den Donaueschinger Musiktagen auf.

 

Einem breiten Publikum wurde Penderecki 1966 mit der Aufführung der Lukas-Passion im Dom zu Münster bekannt, aus der nun im Rahmen des

2. Mainzer Komponistenportraits im Hohen Dom zu Mainz unter der Leitung des Komponisten zwei a capella Sätze für Chor erklingen werden. Von 1966 bis 1968 lehrte er an der Folkwang-Hochschule in Essen. Seine erste Oper, Die Teufel von Loudon nach Aldous Huxley, kam 1969 an der Hamburgischen Staatsoper zur Uraufführung. 1972 wurde er zum Rektor der Musikhochschule in Krakau ernannt, von 1973 bis 1978 lehrte er außerdem an der Yale University in den USA. Als Dirigent eigener und fremder Werke gewann Penderecki weltweite Anerkennung.

 

Krzysztof Penderecki hat mehrere Werke im Andenken an die Katastrophen des 20. Jahrhunderts komponiert: Dreimal befasste sich der Komponist mit dem „Dies irae“-Hymnus – 1967 in seinem Oratorium zum Gedächtnis der Opfer von Auschwitz Dies irae, danach 1984 im Polnischen Requiem. Beim 2. Mainzer Komponistenportrait wird nun die dritte Vertonung dieses Themas Dies illa erstmals in Deutschland aufgeführt. Dieses Werk unterscheidet sich von den ersten beiden wesentlich im Umgang mit Text und musikalischer Faktur: Schon der Titel deutet an, dass der Hymnus nicht wörtlich übernommen und der Text auch nicht in der tradierten Reihenfolge vertont ist. Das Stück ist in acht Abschnitte geteilt, von denen zwei a capella aufgeführt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das besondere Interesse des Komponisten gilt den musikalischen Großformen, insbesondere der Gattung Sinfonie. Mit seiner 3. Sinfonie beschäftigte sich Penderecki sieben Jahre. In Mainz ist daraus das Adagio dolce zu hören, das mit 14 Minuten Spieldauer fast Brucknersche Ausmaße hat. Aber auch auf dem Gebiet der Konzertliteratur und der Kammermusik hat er ein umfangreiches, gewichtiges Œuvre geschaffen, das oft in unmittelbarer Zusammenarbeit mit herausragenden internationalen Solisten entsteht. Zwei Bespiele seines Kammermusikschaffens – das Quartett und das Sextett – werden beim Kammerkonzert in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur mit Mitgliedern des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz zu erleben sein. Außerdem ist der Maestro bei dem Werkstattkonzert persönlich anwesend, wenn das Yellow Tone Orchestra aus Montabaur sein Werk Actions unter der Leitung von Andreas Steffens im Großen Haus des Staatstheaters aufführt.

 

Der Musiker Krzysztof Penderecki gehört zu den am häufigsten geehrten seiner Generation. Zahlreiche Länder und Institutionen in Ost und West zeichneten ihn für seine Verdienste für die Musik und die Völkerverständigung aus. Er ist zudem Ehrendoktor und -professor vieler internationaler Universitäten.

 

 

Konzert

FR 18. 3. 2016 • 20 Uhr

SA 19. 3. 2016 • 20 Uhr

Hoher Dom zu Mainz

 

Karten