Das Orchester // Orchestergeschichte
80 Jahre Städtisches Orchester Mainz 1956

Das Philharmonische Staatsorchester Mainz und seine Vorläufer bestimmen seit Jahrhunderten die Musikkultur der Stadt Mainz und der Rhein-Main-Region. Neben der Mitwirkung bei den Musiktheater- und Ballettaufführungen des Staatstheaters mit einem Repertoire vom Barock bis heute sind die Musikerinnen und Musiker in verschiedensten Konzertreihen immer wieder auch auf dem Podium zu erleben:
Sinfoniekonzerte, Konzerte für junge Leute und Kinder, Sonder-, Phönix- und Kammerkonzerte zeichnen sich durch eine beziehungsreiche Programmdramaturgie aus, die auch für Neues und Experimente offen ist und darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag im Kinder- und Jugendbereich leistet.

 

 

 

Chronik

Das praktisch durchgängige Bestehen als Mainzer Hofkapelle ist seit dem frühen 16. Jahrhundert belegt.

  • Das Orchester war für die musikalische Ausgestaltung der Frankfurter Wahl- und Krönungsmessen zuständig, z.B. 1612: Matthias I.; 1619 Ferdinand II.; 1658: Leopold I.; 1711: Karl VI.; 1742 Karl VII.
  • Bereits 1760 wurde das Orchester durch Kurfürst Emmerich Josef von Breidenbach ausdrücklich für öffentliche Opernaufführungen zur Verfügung gestellt.

  • Ab 1767 war es auch Opernorchester im neu errichteten Kurfürstlichen Komödienhaus.

  • Im „Ersten Musikalischen Almanach“ von 1782 wird die Mainzer Hofkapelle bereits als eine der hervorragendsten Deutschlands bezeichnet.

  • Unter Vincenzo Righini erste große Blütezeit der Oper in Mainz.

  • Am 3. Mai 1789 Erstaufführung von Mozarts „Don Giovanni“ in deutscher Sprache.

  • 1833: Einweihung des neuen Theaters am Gutenbergplatz, des heutigen Staatstheaters Mainz.

  • Ab 1873 Einrichtung ständiger Sinfoniekonzerte.

  • 1876: Übernahme des Orchesters in städtische Trägerschaft.

  • Erster städtischer Kapellmeister wurde Emil Steinbach. Unter seiner Leitung wurde das Mainzer Theater in wenigen Jahren zu einer der führenden Bühnen in der Pflege der Werke Richard Wagners.

  • 1877 erste öffentliche Aufführung des Siegfried-Idylls von Richard Wagner durch das Städtische Orchester.  

  • 1885 Uraufführung „Der arme Heinrich“ von Hans Pfitzner unter der Leitung des Komponisten.

  • 1904 brachte Gustav Mahler seine 4. Sinfonie mit dem Städtischen Orchester zur Aufführung.

  • 1910 wurde Albert Gorter Nachfolger Emil Steinbachs als Generalmusikdirektor.

  • Richard Strauss` „Rosenkavalier“ und „Ariadne auf Naxos“ in Mainz als zweite Bühne, jeweils kurz nach der Uraufführung.

  • 1915 Mozarts „Gärtnerin aus Liebe“ Erstaufführung mit dem lange verschollenen 1. Akt.

  • 1927 hatte Janaceks „Das schlaue Füchslein“ in Mainz seine deutsche Erstaufführung.

  • In den folgenden Jahren waren Dirigenten wie Hans Knappertsbusch, Karl Schuricht, Erich Kleiber, Rudolf Kempe, Eugen Jochum, Karl Böhm (um nur einige zu nennen) beim Städtischen Orchester zu Gast.

  • Später waren es Generalmusikdirektoren wie Karl-Maria Zwissler (1936-1967), Mladen Basic (1978-1990) oder Peter Erckens (1990-1996) die das Orchester in besonderem Maße prägten.

  • Im Zuge der Orchesterstrukturreform 2006 Neugründung des Landesbetriebes Philharmonisches Staatsorchester Mainz

  • Seit 2011 ist Hermann Bäumer Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz und Generalmusikdirektor des Staatstheaters Mainz und löst damit Catherine Rückwardt ab, die das Orchester nach der Strukturreform auch als Intendantin leitete.